Ich habe einmal
einen Stern in den Armen gehalten.
Der Stern war so schön,
hat mich erfüllt mit seinem Strahlen.
Aber er war so schwer.
Ich habe ihn
in den Armen gehalten, den Stern.
Er war wie ein Wunder,
hat mich gewärmt.
Aber er war mir zu schwer.
Er hat mir auch Kraft gegeben
durch sein Strahlen.
Und mit all dieser Kraft
habe ich ihn zurückgeworfen
in den Himmel.
Damit er mir später
aufgrund seines Gewichts
nicht hinunterfällt
und kaputtgeht.
Heute
wache ich nachts oft auf
weil mir kalt ist.
Und dann spaziere ich hinaus
ins Freie.
Lege den Kopf in den Nacken
und betrachte die Sterne.
Meinen Stern.
Oft strecke ich die Hand aus,
aber er ist so weit weg.
Unerreichbar.
Er kann mich nicht mehr wärmen,
aber er ist immer noch schön.
(Aus: "...und jeder Stern ein Traum von Dir", Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1999.)