Gestern
ward ein Kind geboren,
voll Hoffnung auf die neue Welt.
Es wollte leben, lieben, glücklich werden,
so leben, wie es ihm gefällt.

Gestern
ward ein Kind geboren.
Das Herz voll Sehnsucht, frei von Schmerz.
Doch bald schon musste es erkennen:
Die Welt ist hart, doch weich das Herz.

Gestern
ward ein Kind geboren.
Die Träume blieben unerfüllt,
so dass das Kind begann zu merken:
unnütz ist Hoffnung, nie gestillt.

Seither
ist viel Zeit vergangen
und heute ist der Mensch schon alt.
Ist angepasst an diese Welt,
in seinem Herz die Sehnsucht kalt.

Auch morgen
wird ein Kind geboren.
Voll Hoffnung, und das Herz noch rein.
Vielleicht gelingt es uns, zu zeigen:

Das Leben kann doch traumhaft sein! (Aus: "Sonnenregen", Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2002.)